Freitag, 31. Juli 2026

geraubt

 In Lüften

wie ein Vogel

wenden,

drehen,

fallend voll Gefahr

Himmel schneidend

Türme,

Glocken fallen 

hinab

ins Grab,

rufen einfachen 

Menschen 

nach

feiert selbst 

das Himmelshaus

für Unterweisung

und Gebot,

ihre

Kinder geraubt.


von damals

 Stimmen von damals

schmiegen sich an

lassen Räume eröffnen

rühren Vertrautheit 

nah heran

bestimmend

ohne Kainsmal 

an die Stirn

warten zum Verbleib

draußen vor der Stadt

wer welche

wer welcher ist

zählt nicht

Was geliebt

Gehen lassen, was geliebt,

zeigt sich wieder in verwandelter Form.

Der letzte Tag

Es ist sein letzter Tag

in einer sozialen Einrichtung

am Telefon erreicht ihn eine Mutter eines Sohnes

sie sagt, dass ihr Sohn krank sei

er kann sich an den Zögling nicht erinnern

und er weiß nicht, 

wie er die Information 

und an wen er sie weiterleiten soll

sein Stellvertreter hat die Arbeitspläne 

zur Weitergabe an die Direktion fertig gestellt

er soll, sagt er ihm, seinen Namen 

vorgängig auf das Formular aufsetzen

auf dem Pult liegen in Buchform Kopien

von Klientendaten

die Sachbearbeiterin gibt ihm Auskunft, 

in welche Ablage unter ihrem Pult sie wohlbehalten sind

er denkt darüber nach,

bevor er das Institut verlassen wird,

ob er seine Träume der Nacht

zu Hause auf der alten Schreibmaschine tippen soll

oder mit schlechtem Gewissen

diese im Büro, die elektrisch ist, anfertigen soll

er entscheidet sich,

die Tüten mit Zucker,

eine davon ist aufgerissen,

in die Arme zu nehmen und vom Bürosessel aufzustehen

und geht durch die Wand

in sein nahes Zuhause. 

Vor der Feier

Eine Familienfeier wartet 
an einem für alle bekannten Ort 
in der Ferienwohnung

er esollte allen entgegenreisen,

doch er wartet bis am Nachmittag

seine Frau kommt wütend ins Haus,

wirft ihm die Sonntagskleider aufs Bett

er fragt, ob er zur Feier ausgeladen wurde

seine Tochter kommt hinterher,

sie meint, das sei nicht der Rede wert.