Freitag, 11. September 2026

Gefangenschaft

 Gefangenschaft
in Freiheit

Gewalt der Sinne
und Gedanken

Misshandlung
unter Heiligenschein

die Spieltheorie
mit der Aufforderung

zur Gleichsetzung
von Macht
in verbackener Masse





jemand und niemand

 Kargheit 
wird der Innenwelt
behauptet

doch 
der Traum
drückt jedem
Bücher zu Hauf

die niemand
interessiert,
niemand hört,

der Träumer selbst,
sie nicht verstehen,
nicht lesen will

niemand kümmert sich
in der Straßenbahn
um jemand

der seine Träume
der Nacht
nachbetet

weil jemand
nur leise,
ohne Wortlaut,

jemand dazu,
seine Lippen dazu bewegt.

Ordnung

 Schwer genug
ist es, 
in der eigenen Welt
für Ordnung
zu sorgen
und sie auch 
einzuhalten.


dort drüben

 Das Kind
erwacht im Traum,

hat die Mutter
dort drüben,

im Keller,
im großen Schulhaus

es ging mit beiden
dort drüben,
die Treppenstufen 
hinab,

seinen jüngeren Bruder
wirklich erwürgt
und umgebracht.

spät noch

 Dem Mutterschoss 
entbunden 

blutig geworfen
in die Welt

den Weg
durch die Hölle 

erwacht
in der Kirche 
ganz drinnen

kein Gebrüll
sanfte Winde

spät noch
der erste Frühling

auch da

 In tiefer Schlucht
über dem Fluss
liegen gefällte Bäume
einige schmale 
aus Eisen
am Abhang

ein Wanderer
nimmt einen zur Hand
er hebt in auf
woher er die Kraft hat
das weiss er nicht
dieser endet
am Ufer im Wasser
was ihm 
zur Tat 
ein schlechtes Gewissen bereitet

zurückholen 
kann er ihn nicht

er steigt den Morast hinauf
da wo der Weg
nicht weiter geht

er versucht einen Ausweg
zu finden
an einem Bauernhof vorbei
hinten nach
kommt ihm
ein Bauer auf dem Traktor
in die Nähe

am Haus vorbei
geht auch da
der Weg 
nicht mehr weiter


unbewusst

 Die innere Unruhe
seitdem das Bewusstsein 
sich zwischen
Innenwelt und Aussenwelt 
gesetzt hat
in Sprachform
in ein Gleichgewicht
zu bringen
die Worte scheitern
am Versuch
im rechten Licht
durch den Zweifel
der unbewusst
alles bestimmt
sich zu befreien
zu erheben