Freitag, 5. Juni 2026

Alexander Dilger


Sehr geehrter Herr Dilger,


die Beteiligung einzelner UNRWA-Mitarbeiter an den Verbrechen des 7. Oktober wäre selbstverständlich schwerwiegend und zu verurteilen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass die UNRWA als Organisation insgesamt an den Angriffen beteiligt gewesen sei oder mit der Hamas gleichgesetzt werden könne.


Die von den Vereinten Nationen beauftragte unabhängige Colonna-Kommission stellte Reformbedarf und Neutralitätsprobleme fest, erklärte jedoch zugleich, dass für weitergehende Vorwürfe einer umfassenden Unterwanderung der Organisation keine entsprechenden Belege vorgelegt wurden.


Kritik an UNRWA ist legitim. Ebenso wichtig ist aber die Unterscheidung zwischen dem Fehlverhalten einzelner Personen, begründeten Verdachtsfällen und der Bewertung einer Organisation mit zehntausenden Mitarbeitern. Eine sachliche Diskussion sollte sich auf nachprüfbare Fakten stützen und pauschale Schlussfolgerungen vermeiden.


Mit freundlichen Grüßen

Hans Gamma


Alexander Dilger


 Vielen Dank für Ihren Beitrag. Die gescheiterte Wahl Deutschlands in den UN-Sicherheitsrat ist zweifellos ein politischer Rückschlag und verdient eine kritische Analyse. Allerdings erscheint mir die Schlussfolgerung, dies sei vor allem ein Beleg für das Versagen der Merz-Regierung, nicht ausreichend belegt.


Die Wahlentscheidungen in der UNO werden von einer Vielzahl geopolitischer Interessen beeinflusst. Eine Niederlage kann viele Ursachen haben und lässt sich nicht ohne Weiteres auf die Beliebtheit einer Regierung oder einzelner Politiker reduzieren. Gerade bei den Vereinten Nationen spielen regionale Bündnisse, diplomatische Absprachen und globale Konfliktlinien eine erhebliche Rolle.


Ebenso überzeugt mich die Forderung nach einer Kürzung der deutschen UN-Beiträge nicht. Deutschlands Engagement in den Vereinten Nationen dient nicht primär dem Erwerb politischer Gegenleistungen, sondern der Unterstützung internationaler Zusammenarbeit, humanitärer Hilfe und friedlicher Konfliktlösungen. Über die Effizienz einzelner Programme kann und sollte man diskutieren, doch eine Wahlniederlage allein rechtfertigt keinen Rückzug aus internationaler Verantwortung.


Die eigentliche Frage sollte sein, weshalb Deutschland trotz seines Engagements nicht genügend Unterstützung gewinnen konnte und welche Lehren daraus für die künftige Außenpolitik zu ziehen sind. Eine differenzierte Ursachenanalyse erscheint mir dafür hilfreicher als pauschale Schuldzuweisungen.


Salon Hof Ha'Carmel


 Liebe Frau Scheiner,

vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag zu Paraschat Beha’alotecha. Ihre lebendige Sprache und die verständlichen Bezüge zur Gegenwart erleichtern vielen Leserinnen und Lesern den Zugang zu einem oft komplexen Text.

Dennoch möchte ich einige Gedanken respektvoll zur Diskussion stellen.

Mir scheint, dass die Darstellung der Israeliten als vorwiegend „quengelnde Kinder“ den biblischen Text etwas einseitig wiedergibt. Die Klage über das Manna erscheint aus heutiger Sicht durchaus nachvollziehbar. Menschen, die über ein Jahr in einer lebensfeindlichen Wüste unterwegs sind, verlieren nicht nur die Freude am Essen, sondern kämpfen auch mit Unsicherheit, Entwurzelung und Zukunftsängsten. Ihre Beschwerden können daher ebenso als Ausdruck menschlicher Erschöpfung verstanden werden wie als Undankbarkeit.

Auch die Aussage, Gott habe das Volk durch eine Überfütterung mit Wachteln bestraft, die eine „böse Allergie“ ausgelöst habe, erscheint mir problematisch. Im biblischen Text ist zwar von einer schweren Plage die Rede (Numeri 11,33–34), von einer Allergie spricht der Text jedoch nicht. Eine solche Formulierung wirkt eher wie eine moderne Interpretation als eine durch die Quellen belegte Aussage.

Besonders nachdenklich stimmt mich die Darstellung Mirjams. Sie wird als „schwächstes Glied der Beziehungskette“ beschrieben, während Aaron ungestraft davonkomme. Tatsächlich weist der Text selbst auf ein Ungleichgewicht hin: Beide Geschwister sprechen gegen Mose, doch nur Mirjam wird mit Aussatz geschlagen. Viele jüdische und christliche Ausleger haben sich über Jahrhunderte mit dieser Frage beschäftigt. Gerade deshalb wäre es vielleicht hilfreich, diese Schwierigkeit offen zu benennen, statt sie als selbstverständlich hinzunehmen.

Ebenso bleibt die Frage nach der „kuschitischen Frau“ des Mose bis heute Gegenstand unterschiedlicher Auslegungen. Der biblische Text gibt keine eindeutige Antwort darauf, was genau Mirjam und Aaron kritisierten. Deshalb erscheint mir Zurückhaltung bei entsprechenden Deutungen angebracht.

Besonders wertvoll finde ich hingegen den Schluss des Abschnitts: Das Volk zieht nicht weiter, bevor Mirjam wieder aufgenommen wird. Gerade in einer Zeit, in der Menschen oft schnell ausgegrenzt oder zurückgelassen werden, setzt dieser Vers ein bemerkenswertes Zeichen von Solidarität und gemeinschaftlicher Verantwortung.

Die Stärke der Tora liegt meines Erachtens oft darin, dass sie ihre großen Gestalten nicht idealisiert. Mose, Aaron und Mirjam erscheinen als Menschen mit Stärken, Schwächen, Zweifeln und Konflikten. Vielleicht lädt uns dieser Text weniger dazu ein, Schuldige zu suchen, als vielmehr dazu, über Verantwortung, Führung, Geschwisterkonflikte und den Umgang mit Kritik nachzudenken.

Vielen Dank für Ihren Beitrag und die Anregung zum weiteren Nachdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Gamma

ilo wil eo ālik

 Tube eo ilowaan im taier eo kar ukōte ilo juon baajkōļ, ak joñan kōto eo ej dik wōt.

An einem Fahrrad

wurde der Schlauch

und der Pneu gewechselt 

trotzdem bleibt der Luftdruck klein

अर्ध अंधेरे रै मांय

गोधूलि बेला रै मांय
मैदान री सड़क माथै
एक पैदल यात्री दांया मुड़ जावै है
मोटरसाइकिल री हेडलाइट री बदौलत
वो दुर्घटना सूं बचै है 

Im Halbdunkel

auf der Feldstrasse

biegt ein Fussgänger rechts ab

durch das Licht eines Motorrades

kann er einem Unfall ausweichen


Le páajtalilo' ku kaxtik u ts'áik tuláakal ba'al.

 juntúul máak jach yaan u páajtalil, sak u tso'otsel u poole' ku k'uchul tu chúumuk k'iin uti'al jump'éel múuch'tambal tu yo'olal u ma'alo'obtal u paal ti' jump'éel mola'ay. Le máaxo'ob ku meyajo'obo' ku páa'tiko'ob u le máako' ma' yaan u satisfecho yéetel le ba'axo'ob tu kano'ob educativas.

Ein mächtiger

weisshaariger Mann

kommt am Nachmittag

zu einer Besprechung 

über die Entwicklung

seines Kindes

in einer Institution

die Angestellten

erwarten

dass der Mann

mit den pädagogischen Massnahmen

nicht zufrieden zu stellen ist

Ароганцијата на моќта

 Волја е
на моќните
ние да не станеме свесни
дека ние сме ги предизвикале огновите на пеколот
на Земјата.

Es soll uns nicht bewusst werden

dass wir den Höllenbrand

auf der Erde verursacht haben