Sehr geehrter Herr Hofbauer,
vielen Dank für Ihren nachdenklichen und zugleich herausfordernden Kommentar zu meiner These „Die Kirche ist in uns, nicht da draussen.“ Ich nehme Ihre Einwände ernst, weil sie eine Spannung berühren, die das kirchliche Leben seit jeher begleitet: das Verhältnis zwischen innerem Glauben und gemeinschaftlicher, sichtbarer Kirche.
Sie haben recht, dass solche Sätze leicht missverstanden oder auch missbraucht werden können – etwa als Rückzug ins rein Private oder als bequeme Entlastung von Verantwortung gegenüber der kirchlichen Gemeinschaft. Eine solche Haltung würde ich ebenfalls kritisch sehen. Glaube, der sich nur im Inneren abspielt und keine Form im Leben, im Miteinander und in der Liturgie findet, bleibt unvollständig.
Meine These zielt jedoch nicht darauf ab, die äußere Kirche geringzuschätzen oder den gemeinschaftlichen Auftrag zu relativieren. Im Gegenteil: Wenn ich sage, „die Kirche ist in uns“, dann meine ich, dass sie dort ihren Ursprung und ihre Lebendigkeit hat. Ohne den inneren Glauben, ohne Gewissen, ohne gelebte Beziehung zu Gott wird auch die äußere Form leer. Die sichtbare Kirche kann nur so lebendig sein, wie es die Menschen sind, die sie tragen.
Gerade deshalb sehe ich keinen Widerspruch, sondern eine notwendige Ergänzung: Die Kirche ist sowohl in uns als auch unter uns. Sie lebt im persönlichen Glauben – und zugleich in der gemeinsamen Feier, im Weitergeben des Glaubens, im Mittragen von Verantwortung, wie Sie es ansprechen. Das eine ohne das andere führt entweder zu Veräußerlichung oder zu Vereinzelung.
Ihre Sorge um den Zustand der Kirche heute teile ich durchaus. Die Gefahr von Spaltungen oder einem „Zerfasern“ ist real. Aber vielleicht liegt ein Teil der Antwort gerade darin, diese innere und äußere Dimension neu miteinander zu verbinden: nicht entweder Rückzug ins Private oder bloßes Festhalten an Strukturen, sondern eine Kirche, die aus innerer Überzeugung heraus gemeinsam lebt und handelt.
In diesem Sinn verstehe ich meine Aussage nicht als Entlastung, sondern als Herausforderung: Wenn die Kirche in uns ist, dann sind wir umso mehr gerufen, sie auch sichtbar werden zu lassen – im Gebet, in der Liturgie, im Handeln und im Miteinander.
Ich danke Ihnen für Ihre klaren Worte und den Anstoß zur Vertiefung dieser Frage.
Mit freundlichen Grüßen
Gamma Hans
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