Samstag, 1. August 2026

nicht

Sterne müssen sich 

im Gegensatz

durch die Anziehung

und Übertragung

des eigenen

tief verwurzelten 

Schattens,

den der Mensch

im Tageslicht,

im Traum der Nacht

mit aller Macht,

verbissen

ausblenden will,

was uns so schwer fällt,

das Fürchten nicht zu lernen,

die Liebe kümmert 

das Leid, 

das sich im Vergehen anrichtet,

den ewigen Wunsch

in der Vereinigung

vom Anfang

bis zum Ende

der Glückseligkeit,

den Tod

überwinden zu können, 

nicht.

Im Krieg

An der Grenze,

da wo täglich

der Bombenhagel

die Dörfer und Städte erschüttert,

sind in einer Unterkunft

durch eine männliche Begleitung

drei Knaben eingetroffen

der alte Mann

soll sie in Obhut nehmen,

er hat sich,

er ist für diese Aufgabe

nicht vorbereitet

dazu kommt,

dass sich für die Betreuung

von Kindern nicht berufen fühlt

die Kinder,

trotzdem sie 

aus ihrer gewohnten Gegend 

fliehen mussten

sie zeigen sich neugierig, 

setzen sich in der Stube

neben dem Alten an den Tisch 

und nehmen sich gleich

ein Spiel für Kinder

zur Hand,

als wären sie 

in ihrem gewohnten Zuhause.

Ein Gesicht

Ein Gesicht

dass sonst verärgert,

den Begegnungen 

nicht ausweicht,

erscheint ganz plötzlich

am Haupthaar,

frisch frisiert

die Gesichtszüge 

sieht man nicht.

minderwertig

 Seit seiner Kindheit 

trägt er die Last

seiner Minderwertigkeit,

da er sich

ebenbürtig wissen möchte

will er sich mit Worten

mit den Grössen messen können

seine Frau bodenständige Frau

nervt sein Gebaren

sie möchte,

dass er endlich 

zu Sinnen kommen könnte.

Freitag, 31. Juli 2026

geraubt

 In Lüften

wie ein Vogel

wenden,

drehen,

fallend voll Gefahr

Himmel schneidend

Türme,

Glocken fallen 

hinab

ins Grab,

rufen einfachen 

Menschen 

nach

feiert selbst 

das Himmelshaus

für Unterweisung

und Gebot,

ihre

Kinder geraubt.


von damals

 Stimmen von damals

schmiegen sich an

lassen Räume eröffnen

rühren Vertrautheit 

nah heran

bestimmend

ohne Kainsmal 

an die Stirn

warten zum Verbleib

draußen vor der Stadt

wer welche

wer welcher ist

zählt nicht

Was geliebt

Gehen lassen, was geliebt,

zeigt sich wieder in verwandelter Form.

Der letzte Tag

Es ist sein letzter Tag

in einer sozialen Einrichtung

am Telefon erreicht ihn eine Mutter eines Sohnes

sie sagt, dass ihr Sohn krank sei

er kann sich an den Zögling nicht erinnern

und er weiß nicht, 

wie er die Information 

und an wen er sie weiterleiten soll

sein Stellvertreter hat die Arbeitspläne 

zur Weitergabe an die Direktion fertig gestellt

er soll, sagt er ihm, seinen Namen 

vorgängig auf das Formular aufsetzen

auf dem Pult liegen in Buchform Kopien

von Klientendaten

die Sachbearbeiterin gibt ihm Auskunft, 

in welche Ablage unter ihrem Pult sie wohlbehalten sind

er denkt darüber nach,

bevor er das Institut verlassen wird,

ob er seine Träume der Nacht

zu Hause auf der alten Schreibmaschine tippen soll

oder mit schlechtem Gewissen

diese im Büro, die elektrisch ist, anfertigen soll

er entscheidet sich,

die Tüten mit Zucker,

eine davon ist aufgerissen,

in die Arme zu nehmen und vom Bürosessel aufzustehen

und geht durch die Wand

in sein nahes Zuhause. 

Vor der Feier

Eine Familienfeier wartet 
an einem für alle bekannten Ort 
in der Ferienwohnung

er esollte allen entgegenreisen,

doch er wartet bis am Nachmittag

seine Frau kommt wütend ins Haus,

wirft ihm die Sonntagskleider aufs Bett

er fragt, ob er zur Feier ausgeladen wurde

seine Tochter kommt hinterher,

sie meint, das sei nicht der Rede wert.

Donnerstag, 30. Juli 2026

die Bürde

Was die Mütter und
Väter nicht ans Licht gebracht,
wird in der Finsternis verhaftet bleiben,
nur wenn der Mut
mit Tapferkeit gepaart,
wird die Bürde
des ewigen Begehrens aufgelöst
durch jene, 
die verloren scheinen.

Und doch

 Berufung suchend,

bleibt ein zerrissener Ärmel 

durch undurchdringbares Gebüsch.

Staunt ein Kind 

über Gehversuche bei Nacht.

Bäumt sich der Mond

über die Erdenrunde.

Baumstämme im Grau

schütten Wasser 

über Wälder, Wiesen und Matten.

Und doch

ein Kind ruht auf deinem Leib.

ein hinaus

 Verstorbene,

die dem Leben entkommen,

Glück gehabt,

mit gelbem Schal

am Nabel geküsst,

ein Lächeln für ein erhaschtes Mitgefühl,

nicht einem Sein allein,

aus der Vielfalt 

des wirklichen Lebens,

der Mann im Kinderspiel,

aus der Einsamkeit

im Traum,

das Begehren in ein hinaus.

Die Fahndung

 Auf dem Bildschirm 

vom Netzwerk des kollektiven Unbewussten

erscheint ein Fahndungsbild

von einem Mann 

mit langen blonden Haaren,

dessen Gesichtszüge nicht erkennbar sind.

Das Leben

 Seit einer kurzen Begegnung

in einem Gemüsegeschäft

und der früheren Bekanntschaft

stehen beide vor einem

anspruchslosen modernen Landschaftsbild,

der eine will dem anderen

die Sinnhaftigkeit jedes Menschen erklären,

der andere meint,

das Leben bewege sich

auf einfacheren Wegen.

Mittwoch, 29. Juli 2026

ach

Bilder ergänzen,

was der Mensch sich so gedacht,

bis sie an den Wänden glänzen,

den anderen zum Verdacht,

still, doch gleißend rufen,

Träume den Erwachten nach

niemand soll ihre Spur entdecken,

klopft jemand an 

fallen Bilder von den Wänden,

das Liebste nachempfunden,

bleibt entschwunden, ach. 

Ermattung

Vor dem Erwachen 

Flucht in die Arme des Tages

bleibt unerfülltes Glück

des nicht Erreichbaren

Licht verblasst im Zelt

der Morgen breitet sich über Landschaften

breitet sich über Städte und Landschaften

Fremden traut niemand über den Weg

Mahnpredigten aus aller Munde

von Kindheit an

bis ins Altenheim