Montag, 31. Oktober 2022

sanfte Lippen trösten

Wenn wach

Wenn wach
der Tod
uns trennt
ein Beben
ein Vulkan
im Leib
aufsteigt

mögen
sanfte
Lippen trösten
denen
ihr Lachen
sonst die
Nahrung
das Manna
Milch und
Honig gibt

verführt
zum Abschied
weiterer Schritte
bis das
eigene Leben
im Herzen
für immer
inne hält

zu zimmern

im Haus

Die Wut
der Mächtigen

der Staat
die Elite
weiss
uns nicht
das Wesentliche
in unserem Gemüt
im Haus
der Seele
zu zimmern

Es fehlt

der Respekt

Es fehlt der
Respekt vor
der unteilbaren
Menschenwürde

den Edlen

ein nichts von Wert

Die Biografie
vieler Menschen
ist den
Edlen
Ersten ein
nichts
von wert

in Gefahr

in Gefahr

Die unteilbare
Menschenwürde
ist in Gefahr

Wagner Bryan

„Mach das einfach“, der Weg der Verwirrung

„Hören Sie einfach auf, Meinungen zu haben.“ Sagte jemand beim letzten Internettreffen weise als Antwort auf jemanden, der mit Beziehungen zu kämpfen hat, um „den Kopf frei zu bekommen“.

Es ist dieser simple, aber unmögliche Ratschlag, der uns im Kreis herumlaufen lässt. Meinungen steigen ohne bewusste Herstellung. Es sind stark konditionierte Reaktionen, die wir seit unserer Kindheit gelernt haben. Ich kann genauso wenig „aufhören, Meinungen zu haben“, wie ich die Erde bewegen kann, wenn sie aus der Umlaufbahn fällt, indem ich sie zurück an ihren Platz schiebe.

Niemand, der diesen Rat anbietet, hat es noch nie getan. Zumindest hat es niemand zugegeben, wenn ich frage, ob es ihm gelungen ist, „keine Meinungen mehr zu haben“. Ich frage ständig buddhistische Meditierende, ob einer von ihnen aufgehört hat, Meinungen zu haben, keiner von ihnen hat es getan. Viele halten dies für eine weise und hilfreiche Ermutigung für andere.

Aber Meinungen sind ein konditionierter Teil dessen, was ich bin und wie ich arbeite. Wenn Ihre Leute das nächste Mal zuschauen, anstatt sich um sie zu kümmern, achten Sie darauf, was in Gedanken über sie auftaucht, es wird auf Meinungen basieren. Wenn ich glaube, dass meine Meinungen die „Wahrheit“ sind und ich an ihnen festhalte, entsteht Widerstand gegen das Leben, nicht die Tatsache, dass ich sie habe.

Ich kann Meinungen nicht loswerden, aber ich kann mich an ihren Status erinnern und begreifen, dass sie mehr internes Rauschen sind, das vom Betriebssystem eines menschlichen Wesens angeboten wird. Sobald ich begreife, dass Meinungen Ideen sind, Ideen nicht real sind, kein Gedanke real ist, es nur die Realität darstellt, ändert sich meine Perspektive, ich habe immer noch Meinungen, aber ich erhebe sie nicht oder bin von ihnen besessen, wie alles, was sie ändern werden.

Hören Sie auf zu glauben, dass das, was im Gedankenstrom aufsteigt, die Realität ist, Gedanken handeln immer von der Realität, nicht von der Realität selbst.

Heute regnet es, ich liebe Regentage!

Die Wirklichkeit der Seele, der Geist ist in uns, nicht da draussen. Die Seele schickt uns in Erinnerung, quer durch den Hochsitz in unserer Gedankenwelt, ob wir dem wollen oder nicht.

den Unglücksraben

Ein Gast

bestellt

aus der Küche

im Keller

an der 

Landesgrenze

unerwartet

ein Pizza


der Sauerteig

ist zur

Zubereitung

nicht verfügbar


der Angestellte

will sich

auf das Fahrrad

setzen um

vor Ladenschluss

einen Teig 

zu kaufen


das Vorderrad

versagt

seinen Dienst


er kehrt

in den Keller

zurück


man bietet

ihm ein

Pulver in

Plastik an


im Schnellverfahren

sei der Teig

fertig ihn

zu backen


auf dem Blech

schwimmt 

der Teig im Öl


der Chefkoch

kommt vorbei

er hat

den Unglücksraben

mit einem

Lächeln 

im Griff





Matter Birgit

„Ich bin kein Poet“: Bourdieu, Künstliche Intelligenz und überhaupt.

von Merzmensch

Kreatives Handlungsraum außerhalb der Eingrenzungen der menschlichen Freiheit. In der Praxis.


Dichter lesen ihre Werke 
Gestern vor 20 Jahren starb der Sozialphilosoph Pierre Bourdieu, dessen Gedankengut die Europäische — und auch Aussereuropäische Moderne — deutlich geprägt hatte.

Im Netz, insbesondere im Twitter, wurde dieses Datum von vielen Erinnerungen und Zitaten gedenkt.

Der Journalist Jürgen Klatzer veröffentlichte einige Fragmente aus der Bourdieu-Dokumentation von Pierre Carles, 2001, „Soziologie ist ein Kampfsport“ (youtube). Insbesonders beeindruckend fand ich dieses Fragment: Bourdieu bekommt ein Päckchen von Jean-Luc Godard, voller geheimnisvoller Texte und Fotoaufnahmen aus seinem Film. Diese Sendung lässt den Sozialphilosophen verdutzt dastehen, er will, kann aber weder die Bedeutung des Briefs des Filmregisseurs, noch seine Intention begreifen.



Ich fand dieses Verwirrt-Sein (vielleicht auch mit Inhalten überrumpelt) bezeichnend und spricht: es erinnerte mich sofort an meine Ratlosigkeit, mit welcher ich die Texte lese, die mir die von mir trainierter künstlicher Intelligenz schreibt (diese Ratlosigkeit wird von einer Produktionswelle abgelöst , dann MUSS ich einfach die kreativen Regungen von KI umsetzen und medial aufbereiten — und tue es in meinem KI-Magazin MERZ-dAIgest — insbesondere in meinem Projekt reMERZ).

Daher habe ich es retwittert:



Dies wird fand der Schweizer (bzw. Deutschsprachiger Teil Europas) Künstler, Schriftsteller und Sozialarbeiter Stefan M. Seydel (auch als #SMS bekannt) wunderbar (ich kenne und schätze ihn seit meinen ersten Begegnungen mit der Schweizer Kulturszene und Aktivitäten im Cabaret Voltaire [als CV noch Dadaistisch aktiv, nicht nur museal, war]).

Kurzum, Stefan hat den spannendsten Moment dieser Aufnahme hervorgehoben: die letzten Worte des verdutzten Philosophen in diesem Videofragment…

„Ich bin kein Poet.“



Ich wäre dann auch kein Dichter, wenn ich nicht sofort GPT-3 angeschmissen hätte. Daher habe ich die Künstliche Intelligenz gebeten:

ein Gedicht von Piere Bourdieu zu schreiben, unter dem Titel „Ich bin kein Poet“

Und hier ist es (der fett markierte Teil ist meine Eingabe, der Rest ist von GPT-3):

Dies ist ein Gedicht von Pierre Bourdieu mit dem Titel „Ich bin kein Poet“.

Ich bin kein Dichter.

Ich bin ein Stück Papier,
das in der luft schwebt,
gedungen, getorben und
4-fach gefaltet,
bis ich die Gestalt eines Vogels
angenommen habe.

Dann hab ich mehrere Verse
dort hingeschrieben,
auf meinen eigenen Flügel.

Danach hab ich die Arme ausgebreitet
und bin in die Welt hinausgeflogen,
mit flach meinemternden,
von Tinte trocknenden Körper.

Ich bin kein Dichter.

Ich bin ein Stück Papier,
das mit Verstand und Sinn
in dieser Welt herumgewirbelt ist;
das manche Leute gelesen haben.

Es gab Leute, die meine Verse hörten,
immer reifer werdend,
dem sie (immer reifere) Früchte von
meinem Baum abnahmen.

Aber das Papier säumte und zerfiel,
so dass mein Innerstes sichtbar wurde,
für die Noten und die Grausamkeit
Offenbar wurden.

Ich bin kein Dichter.

Ich bin ein Papierschnipsel,
der in Gedanken versunken über die Bäume schwebt,
ich säe den Frost aus den Nieselregen,
und die Blätter fangen meine Wörter auf.

Eines Tages werd ich von Liebesworten auf
zerfleischt werden,
Ich werde in Tausend Schnipseln versprengt sein,
von denen ich nicht einmal weiß,
ob sie leserlich sind.

Ich bin kein Dichter.

Ich bin ein Papierblatt,
das die Welt gefragt hat.
Und ich habe es erklärt,
verständlich gemacht.
Und dankenswerterweise hat #SMS dieses Gedicht in seiner audiovisuellen Podcast-Reihe vorgetragen


Das ist eigentlich alles (Daniil Charms).


Die Maschine 
fragt nicht 
ob sie soll
kann oder nicht

sie spuckt
die Dinge
aus ihr heraus
gerade dem nach
Mass und Recht

auch Worte
macht sie zum Ding
man muss

will man den Gesang
ihrer Kunst
ihrem lyrischen ich
den Kotau machen

damit die Geburt
ihrer Worte
auf die 
Fadenspule setzen

bis zum Ende 
der Haut 
den roten Faden
am Webstuhl
der eigenen 
Gedankenwelt
zwischen den
zwei Hirnlappen
das Schiffchen
weben lassen

damit sich in uns
ein etwas 
davon belebt

das Innerste
der Maschine
bleibt dem Leben

streichelt 
man sie nicht 
trotzdem sie
schneller denken kann
als der Mensch
kalt und leer