Sonntag, 5. Oktober 2025

Der Unfall

 In einem Land

welches die Demokratie 

noch hochhält


am elektronischen

Wegweiser am Rad

mühsam den Fehler erahnt

endlich eingesehen


auf der Wegkreuzung

nach links

von einem Auto gerammt

zusammen gefahren

Das Böse der anderen

 Eine Frau spricht 

über das Böse

der anderen


der Mann fragt

wer jene Bösen

in Wirklichkeit sind


die Frau versinkt

in ihrem eigenen Dunkel


sie klammert sich

um die Beine 

des Mannes


ihre Freundin fragt

nach dem Sinn

seines Tuns


er erwidert

es sei Menschenarbeit


der Mann schüttelt

die in der Hocke 

sitzende Frau wach

Die Übung

 Eine junge nackte Frau

möchte mit einem alten Mann

das Liebespiel üben

beide sind in ihrer

Wesensart verschieden

der Mann will sich

aus ihrer Umarmung lösen

Der Mieter

 Bei Kunstkennern

Im Wohnraum

hängt ein grosses Bild


gekauft mit viel Geld

darauf eine Landschaft

mit Licht und Schatten 

das das Auge satt macht


der neue Mieter möchte 

sein Einzelzimmer beziehen

Auf der Flucht

 Ein Mann wird verfolgt

rennt über die Brücke

am Fluss 

hinein in die Nacht

zu einem Lift

der ihn 

über alles emporhebt

Der neue Mitarbeiter

 Ein Bereichsleiter

sitzt am Bürotisch

auf der Strasse

am Telefon


ein Bewerber

der seine Adresse

nicht angeben will


seine Mutter

habe ihm gesagt

er müsse selbst wissen

ob er für die Arbeit

mit Behinderten

geeignet sei


von wo er anruft

will er nicht sagen

der Verantwortliche

will ihn zur Anstellung

überzeugen


vor allem weil 

der Mann im Gespräch

bescheiden daherkommt


der gross gewachsen

Direktor geht 

hinter dem Bereichsleiter

an seinem Sessel vorbei


voll Freude sagt er ihm

er glaube

dass er bald 

einen neuen

Mitarbeiter haben wird

Priesterweihe

 Zitat:

Ulrike Brustmann-Sieber

Natürlich der Dauerbrenner: Zölibat und/oder verheirateter Priester:

Kardinalin fände ich ineterssant, vorausgesetzt man ginge zur alten Regelung zurück, das Kardinalsamt nicht mehr an das Priestertum zu binden…

Frauen in Führungspositionen, Entscheidungspositionen und Ämtern-im-weiteren-Sinn: unbedingt, nur eben ohne Priesterweihe….


Kommentar:


Gott in uns, vermittelt durch den Traum der Seele, spricht jedem Menschen in sein Gewissen.



gekrönt

 Der Münze

hinter der Zahl

wird mit

einem Goldkopf

gekrönt

Den Dienstmann

 Zur Einfahrt

am mächtigen 

Eisentor

fährt eine

Grosserbin

mit einer

schwarzen

Luxuslimousine vor

die Frau 

hat in Erwartung

den Dienstmann

ganz im Sinn

Die See

Vor einem Atoll

fängt die See

grossflächig

zu kochen an

Dio ci dà i sogni

 A: Sig. Leonardo Boff

Dio ci dà i sogni
da quando la coscienza
è emersa dall'inconscio
Ogni notte
attraverso la mediazione dell'anima
lo spirituale
vuole che la persona comune
sappia meglio
cosa si dovrebbe fare
per poter
fermare la catastrofe
con speranza e buona volontà
ogni persona deve
oltre l'inconscio
che comprende tutte le creature
e l'umanità stessa
arrivare a una nuova conoscenza cosciente
osare fare meglio ogni giorno

Menschsein

 Zitat: Paul M. Zulehner

Brot und Rosen hier und dort im nahfernen Osten
Christsein heisst lieben


Kommentar:

Menschsein heisst:

Gott in uns
Gehorsam der Seele


Die Kirche

Zitat: Georg Berger 

„Baue meine Kirche auf“

Die Kirche ist wahrscheinlich immer im Abbruch, aber genauso immer im Aufbruch. Wir sollten wollen, dass sie sich verändern darf.    

Antwort:

Die Kirche ist in uns, nicht da draussen.

Neues Leben

Zitat

Leonardo Boff

La Terra está viva, es generadora de todos los seres vivos


Kommentar:

Durch Kern, bringt Seele jeden Tag neues Leben hervor.

Der neue Leiter

 Eng aneinander geschmiegt, der Mann liebkost mit beiden Händen, den Rücken einer Frau. Draussen vor der Kammer, machen Leute sich zum Tagewerk auf. Der Mann möchte beim Liebesspiel, wovon die Frau keine Scham zeigt, nicht beobachtet werden. 

Vor der Tür stehen zwei junge Frauen. Im Gespräch erklären sie dem Mann, dass sie wieder an den Arbeitsplatz, als Betreuerinnen für Behinderte zurück gekehrt sind. Das Klima habe sich seit damals zum positiven verändert.

Der Mann geht um das neu gebaute Wohnhaus herum. Er muss einen schmalen Quellfluss hinaufsteigen. Er macht seinen Anzug schmutzig.

Die Betreuungsstätte hat sich unter einer neuen Stiftung aufgeteilt. Vor dem Sitzungssaal, begrüssen den Mann viele behinderte Menschen. So, als würden sie ihn schon länger kennen. Alle diese Menschen versuchen ihn bei seinen Händen berühren, sie zu fassen zu bekommen. Sie wollen damit ihre Freude an diesem Menschen kund tun. Ein behinderter Mann im Rollstuhl, macht den Mann, auf den Schmutz auf seiner Kleidung aufmerksam. Der Mann versucht mit blossen Händen seine Kleidung zu säubern. Hinten, oben in der Mitte, auf dem Jacket entdeckt er eine feine farbige, in ihrer Art, eine kleines farbiges Band.

Der Mann wird in den Sitzungsaal gerufen. Vor den runden weissen Tischen, werden die Auserwählten, gegenseitig bekannt gemacht. Der Mann reicht einem dunkelhäutigen Mann die Kaffeekanne, den er bereits freundlich begrüsst hat; die jener ungeschickt in die Hand nimmt und damit sich damit bespritzt. Der dunkle Mann steht wütend auf, die Umstehenden bekräftigen, dass das Ungeschick dem dunklen Mann zuzuschreiben ist.

Nach einer längeren Pause, wird der Mann vom Vorsitzeden, den er nicht kennt, gefragt wo er gewesen sei. Der Mann antwortet, er habe sich im Umfeld umgesehen. 

Der Sitzungsrat hat um die aufgestellten herum Tische getagt. Der Vorsitzende hat derweilen das Persönlichkeitsprofil der neu ernannten Stiftungsräte abgefragt. Hervorgehoben wurde ein Mann, der sich in der Wirtschaft gross getan hat. Andere haben in der Gesellschaft und der Politik ihr angestammte grosse Bedeutung. Eine Frau ist nicht dabei.

Der Vorsitzende ernennt den Mann zum Leiter Institution. Alle wünschen ihm viel Erfolg. Jener aber antwortet, in seinem Alter sei beides möglich, worauf alle mit einem erstaunten Lachen reagieren.

Der Vorsitzende beendet die Sitzung mit vielen Sprüchen und Redewendungen. Ein Mann, neben dem Kopfende, da wo der Präsident und der neu gewählte Leiter sitzt, dieser möchte den Spruch nochmals erwähnt haben. 

Der Vorsitzende gibt keine Antwort darauf. Der Leiter will Hilfe leisten, greift hinter seinem Vorgesetzten auf seine Skizzen. Auf dem Blatt, aus dem der Präsident seine Rede gehalten hat, wird erkenntlich, das jedes Kapitel, jeder Satz mit einem Reißverschluss verschliessbar gemacht wurde. Der Vorgesetzte sagt, das sei wichtig, damit niemand im bevor, das was zu sagen sei, sich vorzeitig zu Handen nehmen konnte.