Samstag, 25. Oktober 2025

Das Spiel

Im Spiel versunken
kann ein anderer sich denken
was für ein Nutzen es hat

Das Tier und der Mensch

 Der Mensch ist verwandt 
mit allen Kreaturen 
unsere Wege haben sich getrennt 
seitdem die Menschwerdung 
die heute noch im Gange ist 
der Mensch redet von Liebe 
er vergleicht sie mit der Zuneigung 
mit Tieren die er gezähmt 
dem Menschen auf ihre Art 
dienlich und nutzbar sind 
auch der böse Mensch behält seine Würde 
die der Gutmensch ihm abspricht 
dabei das Tier die Katze 
den Hund fast lieber hat 
weil das Gegenüber 
der Mensch nicht 
zum eigenen Vergnügen 
zu zähmen ist

Das Treffen

Ein Zug nach dem anderen
fährt am Bahnhof vorbei
ein Mann steigt auf 
einen langsamen fahrenden Zug ein

der Zug fährt in die Richtung
die er seit seiner Jugend kennt
hinab an einen grossen See

der Fahrgastraum 
ist von Menschen überfüllt
er setzt sich auf einen freien Platz
die Schaffnerin in Begleitung
will die Fahrkarten sehen

der Mann erwidert 
er habe eine lange Zeit 
auf den Zug gewartet
er habe es verpasst
eine Fahrkarte zu kaufen
sie müsse ihn deswegen bestrafen

sie lächelt und sagt
das werde sie nicht tun
dass sollen andere 
später für ihn tun

der Begleiter hinter ihr
greift mit der rechten Hand 
an seiner Kollegin vorbei

dieser drückt mit der Billettzange
jene Fahrkarten 
welche die Schaffnerin 
in ihrer Hand hat
so dass es ihr Schmerzen bereitet

der Fahrgast schreit auf
die Frau die neben ihm sitzt
fragt ihn warum er das macht
der Scherz galt ja ihr
nicht ihm selbst

der Zug wechselt 
von der Breitspur
auf die Schmalspur
und verwandelt sich
zu einem holperigen Gefährt
aus dem letzten Jahrhundert

der Zug steigt den Hang hinauf
über der Stadt am See
da wo der Mann
als er bald zwanzig Jahre alt war
seine erforderliche Schulabschluss
für eine weiterführenden Ausbildung
bei Klosterfrauen besucht hat

vor jeder Haltestelle 
werden die Reisenden aufgerufen
den Halt anzufordern

der Mann erinnert sich 
kurz vor dem Reiseziel

an die Gegend 
die er nicht wiederkennt
er steigt aus
geht seiner Ahnung nach
es wird bereits dunkel
vor das grosse Gebäude

der Mann schaut auf sich herab
er steht in groben schmutzigen 
Kleidern und Bergschuhen
vor dem Haus

ein altes Ehepaar 
kommt über die beleuchtet Treppe
zum Portal herab
er fragt sie wieviele Klosterfrauen
sich im alten Gebäude
noch zu Hause sind
sie antworten 
es seien noch zwei Frauen da
von denen sie auch 
deren Namen aussprechen

der Mann geht um das Haus
an belichteten Fenster
in deren Räumen Menschen
sitzen und sich bewegen
durch einen Nebeneingang ins Haus

es ist Freitag 
er hatte den Gedanken
dass er seine Studenten
von damals 
an ihrem jährlichen Treffen 
begegnen könnte

in einem Vorraum trifft er
auf den Seminarleiter
der kleiner geworden
in seiner schwarzen Robe
verjüngt hat
er küsst den ehemaligen Studenten
auf beide Wangen
er freut sich ihn zu sehen
er will ihn gleich zum Abendessen führen

unter den Mitgenossen 
er kann sich kaum an sie erinnern
sind auch junge Frauen
die sich in einer Haushaltschule
da er der einzige Mann
Haus war noch heute
um ihn bewerben

ein Kommilitone der Weiterbildung
nach der Grundschulung
nimmt ihm die selbst gestrickte 
schwarze Kippa vom Kopf
er wirft sie in der Ecke 
in einen grossen Sack

im Essraum steht
eine grosse Pfanne
mit Fondue bereit
der mit Rotwein zubereitet
das wundert ihn
neben dem Seminarleiter 
stehend sehr

dazu kommt
dass ihm die Kippa
die er jeden Tag trägt fehlt

der Mann geht in den Vorraum zurück
er sucht den Sack auf
wühlt darin herum
er sieht 
dass darin viele Kopfbedeckungen
aller Art sind
seine Kippa findet er 
darin nicht

die Kommilitonen 
zumeist Frauen
machen sich auf
in der Nacht
mit einem Spaziergang
das Treffen zu beenden
auch einige junge Frauen
von damals gesellen sich 
dazu bei







 





Vor dem Ende der Welt

 Der Mensch überhöht mit dem Anspruch, der Kontenpunkt der Beziehungen rund um den Globus zu sein. Niemand kann behaupten, dass die ganze Menschheit in einem Boot sitzt. Wenn damit gemeint wird, den Untergang der Menschheit, sei mit dieser Mahnung. Das Leben selbst ist das Geheimnis, niemand ist berufen, sich selbst zum Mysterium zu machen, um die Welt vor dem Untergang damit retten zu können. Von dem die Mutmaßungen, darin bestehen, es drohe der Welt die totale Finsternis. Die Klimakatastrophe, ist von Menschen, bis heute hausgemacht. Das Leben geht auch ohne uns weiter. Die Liebe ist ein gedankliches Konstrukt. Die Liebe wird öffentlich in einem Ritual tagtäglich zelebriert. Dabei wird vergessen, dass der Mensch die Aufgabe hat, das eigene Verdorbene, für sich selbst ans Licht zu bringen. Die Beichte, aller Sünden und Taten, vor Gott in uns, tagtäglich vortragen. Der Kern, der durch die Vermittlung der Seele, Gott in uns, durch den Traum ins Gewissen redet. Das Essen, durch die Nabelschnur zur Welt. Ernährt den Menschen, der nach seinen Nachfahren, erst eine Sekunde auf der Erde, sich selbst damit erhöht, über alle niederen Kreaturen hinweg, als seine Heimat behauptet. Im Kollektiven Unbewussten, ist der Keim allen Lebens, die Geschichte der Menschwerdung, dien noch im Gange ist, bis heute enthalten. Die Quelle, das Allerheiligste, die Allwissenheit, leibt und lebt im Umbewussten jedes Menschen. Alle Kreaturen, sind aus dieser Quelle entstanden, alles Lebendige ist von daher miteinander verwandt. Einen Schöpfer als Wegweiser und Richter heranzuziehen, derweil das Werden und Vergehen, sich auf natürliche Weise, die Gesetze der Natur, die in der Wirklichkeit der Seele verankert sind, sich darin wider spiegelt. Der Mensch hat oft den Eindruck, im Zentrum aller Beziehungen auf der Welt zu stehen. Natürlich sitzen wir nicht alle in einem Boot, wenn es um das Überleben der Menschheit geht. Diese Metapher soll uns daran erinnern, dass das Leben selbst ein großes Geheimnis ist. Es ist wichtig, sich selbst nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen, um die Welt zu retten. Manche befürchten, dass die Welt in eine tiefe Krise geraten könnte, und die Klimakrise ist in der Tat ein ernstes Problem, das wir Menschen verursacht haben. Aber das Leben geht auch ohne uns weiter.

Liebe ist ein wunderbares Gefühl, das wir täglich in unseren Ritualen feiern. Dabei sollten wir nicht vergessen, uns selbst besser kennenzulernen und unsere inneren Herausforderungen anzunehmen. Es ist wichtig, unsere Gedanken und Taten zu reflektieren und uns mit unserem inneren Selbst zu verbinden. Durch diesen Prozess können wir wachsen und uns weiterentwickeln.

Wir alle sind durch die Nabelschnur mit dem Leben verbunden und werden durch die Nahrung, die wir zu uns nehmen, gestärkt. Es ist wichtig, unsere Herkunft zu schätzen und uns bewusst zu sein, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. Im kollektiven Unbewussten liegt der Ursprung allen Lebens und die Geschichte unserer Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

Die Quelle allen Lebens, die Allwissenheit, ist in jedem von uns präsent. Alle Lebewesen sind miteinander verwandt und stammen aus dieser Quelle. Indem wir uns dieser Verbindung bewusst werden, können wir ein harmonischeres und verständnisvolleres Leben führen. Stellt euch vor, wir ziehen einen Schöpfer als unseren Wegweiser und Richter heran, während wir uns selbst auf natürliche Weise entwickeln und wachsen, im Einklang mit den Gesetzen der Natur, die tief in unserer Seele verwurzelt sind und sich in ihr widerspiegeln.