Mittwoch, 3. Juni 2026

Salon Hof Ha'Carmel


 Sehr geehrte Frau Scheiner,

vielen Dank für Ihren ausführlichen Bericht. Die Schilderung des Todes von Capt. Dr. Ori Yosef Silvester und das Gedenken an die gefallenen Soldaten erinnern daran, dass hinter allen militärischen und politischen Ereignissen Menschen stehen – mit Familien, Hoffnungen und einer unwiederbringlichen Würde. Ihnen gilt zunächst unser Mitgefühl.

Gleichzeitig möchte ich einige kritische Anmerkungen zu Ihrem Beitrag machen.

Mehrere Passagen vermischen nach meinem Eindruck nachrichtliche Berichterstattung mit Kommentaren und persönlichen Bewertungen. Dies betrifft insbesondere die Charakterisierung politischer Akteure als „narzisstische Alpha-Männchen“ oder die Wiedergabe von Gesprächsinhalten zwischen Donald Trump und Benjamin Netanyahu, deren genaue Form und Wortwahl öffentlich kaum unabhängig überprüfbar sind. Gerade in Zeiten von Krieg und Propaganda erscheint es wichtig, zwischen bestätigten Fakten, Medienberichten, anonymen Quellen und persönlichen Einschätzungen klar zu unterscheiden.

Auch die Darstellung einzelner Vorgänge, etwa bezüglich Ibrahim Hilu oder anderer militärischer Operationen, sollte nach Möglichkeit durch nachvollziehbare und überprüfbare Quellen ergänzt werden. Leserinnen und Leser profitieren davon, wenn sie erkennen können, welche Informationen gesichert sind und welche noch auf Ermittlungen, Geheimdienstinformationen oder Medienberichten beruhen.

Besonders wichtig erscheint mir zudem, dass bei aller berechtigten Solidarität mit den israelischen Opfern auch das Leid der Zivilbevölkerung auf allen Seiten sichtbar bleibt. Wenn ein Krankenhaus beschädigt wird, Menschen durch Raketenangriffe sterben oder Familien ihre Angehörigen verlieren, dann verdient jedes menschliche Leben dieselbe Achtung. Eine menschenwürdige Berichterstattung gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn sie das Leiden aller Betroffenen wahrnimmt, ohne die Verantwortung der jeweiligen Täter zu relativieren.

Ihr Beitrag enthält wertvolle Informationen und zeigt grosses Engagement. Umso mehr würde eine noch deutlichere Trennung von Bericht, Analyse und persönlicher Meinung dazu beitragen, dass Leserinnen und Leser sich ein eigenes, möglichst ausgewogenes Urteil bilden können.

Mit freundlichen Grüssen

Hans Gamma 

Übersetzungen zum Thema Ukraine


 Sehr geehrte Frau Limbach,

Sehr geehrter Herr Portnikov,

vielen Dank für Ihren engagierten Beitrag. Ihre Analyse macht deutlich, wie groß das Misstrauen gegenüber den Absichten des Kremls ist und wie tief die Wunden dieses Krieges reichen. Die wiederholten russischen Forderungen nach ukrainischen Gebietsabtretungen erscheinen aus ukrainischer Sicht nachvollziehbarerweise als inakzeptabel und stehen im Widerspruch zu den Grundsätzen der territorialen Integrität und des Völkerrechts.

Dennoch möchte ich einige kritische Anmerkungen machen.

Ihr Beitrag bewegt sich stellenweise weniger auf der Ebene politischer Analyse als auf der Ebene moralischer Verurteilung. Begriffe wie „Menschenfresser“ mögen die Empörung vieler Leser widerspiegeln, erschweren aber eine nüchterne Betrachtung der politischen Realität. Geschichte und Diplomatie zeigen, dass selbst zwischen erbitterten Kriegsgegnern Verhandlungen möglich und oft notwendig sind. Frieden entsteht selten zwischen Freunden, sondern meistens zwischen Feinden.

Zudem bleibt offen, ob die These einer ausschließlich expansiven russischen Strategie tatsächlich als gesicherte Tatsache gelten kann oder eher eine plausible, aber letztlich nicht beweisbare Prognose darstellt. Ebenso sollte bedacht werden, dass eine dauerhafte militärische Lösung gegen eine Atommacht erhebliche Risiken birgt und die Fortsetzung des Krieges ebenfalls einen hohen menschlichen Preis fordert.

Unbestritten ist, dass die Annexion der Krim sowie der ukrainischen Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja international überwiegend nicht anerkannt wird und die große Mehrheit der Staaten diese Territorien weiterhin als Teil der Ukraine betrachtet. Ebenso unbestritten ist jedoch, dass ein dauerhafter Frieden nur dann möglich sein wird, wenn ein Weg gefunden wird, der Sicherheit, Gerechtigkeit und die legitimen Interessen der betroffenen Menschen miteinander verbindet.

Gerade deshalb erscheint es wichtig, zwischen berechtigter Kritik an der russischen Politik und einer Sprache zu unterscheiden, die den politischen Gegner vollständig dämonisiert. Je länger ein Krieg dauert, desto größer wird die Gefahr, dass die Logik des Konflikts die Logik des Friedens verdrängt.

Mit freundlichen Grüßen
Ein interessierter Leser



Der Saisonkoch

 
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Die angesprochenen Themen sind zweifellos wichtig und verdienen eine sachliche Diskussion. Allerdings vermisse ich bei mehreren Aussagen nachvollziehbare Quellen und eine klare Trennung zwischen Fakten, Interpretationen und persönlichen Bewertungen. Zudem erschweren abwertende Begriffe und pauschale Urteile eine konstruktive Auseinandersetzung. Gerade bei komplexen Themen wie dem Krieg in der Ukraine oder den Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Afrika erscheint mir eine differenzierte, quellenbasierte Betrachtung notwendig. Eine respektvolle Sprache und überprüfbare Fakten stärken die Glaubwürdigkeit eines Beitrags mehr als Polemik und Verallgemeinerungen.

Hmuh theih loh mei chu

Hmuh theih loh mei chu
a ei zo vek
mi mit ngei hmaah
rinna
thih theih lohna
mahni tawp thlengin
thih ni hnuhnung berah

Das unsichtbare Feuer

verschlingt 

vor eigenen Augen

den Wunsch

nach Sicherheit

und Wohlstand

bis ans Ende

aller Tage.

хэн ч биш

Нас барсан бурхан-эзэн хааны түлэгдсэн царай зүүдэнд нь анхааруулга болж гарч ирдэг, учир нь хэн ч Бурханы үг, туйлын үнэнийг хэлээрээ авч явдаггүй.

 

Das verkohlte Gesicht 

eines verstorbenen Gott-Kaisers

erscheint im Traum

als Wahrung,

denn niemand trägt 

Gottes Wort,

die absolute Wahrheit,

auf seiner Zunge.