Sonntag, 31. Mai 2026

diAk e.V.


 Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Veröffentlichung Ihres Beitrags zum weltweiten Friedensgebet für den Nahen und Mittleren Osten. Die Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen verdient Anerkennung, weil sie das Leid der betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellt und zu Solidarität, Mitgefühl und Friedensbereitschaft aufruft.

Besonders wichtig erscheint mir, dass Christinnen und Christen aus der Region selbst zu Wort kommen und ihre Erfahrungen von Angst, Trauer und Unsicherheit schildern. Angesichts der anhaltenden Gewalt ist jedes ernsthafte Gebet um Frieden und jede Form menschlicher Verbundenheit ein wertvolles Zeichen.

Gleichzeitig halte ich es für wichtig, den Blick nicht ausschließlich auf die christlichen Gemeinschaften zu richten. Die humanitäre Katastrophe im Nahen Osten betrifft Menschen aller Religionen und Weltanschauungen. Muslime, Juden, Christen, Drusen und viele andere Bevölkerungsgruppen leiden unter Krieg, Vertreibung, Terror, politischer Gewalt und den Folgen geopolitischer Machtkonflikte. Ein glaubwürdiges Friedenszeugnis sollte deshalb das Leid aller Betroffenen gleichermaßen wahrnehmen.

Zudem wünsche ich mir, dass kirchliche Friedensappelle noch deutlicher die politischen Ursachen von Gewalt, Besatzung, Terrorismus, Machtinteressen und Völkerrechtsverletzungen benennen. Gebet kann Trost spenden und Hoffnung geben, ersetzt jedoch nicht die notwendige politische Verantwortung der Konfliktparteien und der internationalen Gemeinschaft.

Die Erklärung des ÖRK, die „brutale Logik von Krieg und Herrschaft“ abzulehnen, weist in die richtige Richtung. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, Frieden nicht nur spirituell zu erbitten, sondern auch konsequent für Gerechtigkeit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Zivilbevölkerung einzutreten.

In diesem Sinne danke ich Ihnen für Ihren Beitrag und hoffe, dass das Friedensgebet viele Menschen dazu ermutigt, sich nicht nur im Gebet, sondern auch im konkreten Handeln für Versöhnung und ein friedliches Zusammenleben einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Gamma

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