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Gegenrede: Es geht nicht um Sieg – es geht um den Schutz von Leben
Mit großem Respekt für die Analyse von Vitaly Portnikov möchte ich einen anderen Akzent setzen.
In der Auseinandersetzung mit dem Aggressor der Russischen Föderation darf es aus meiner Sicht nicht primär um einen „Sieg über den Kreml“ oder um das „Gewinnen gegen Putin“ gehen. Sobald wir beginnen, in Kategorien des Sieges zu denken, übernehmen wir unmerklich jene Logik, die Kriege verlängert: die Logik von Prestige, Durchhalteparolen und historischen Missionen.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. Doch die moralische Pflicht, die daraus erwächst, ist keine Pflicht zum Triumph – sondern eine Pflicht zum Schutz von Menschenleben.
Es geht nicht darum, Moskau zu demütigen.
Es geht nicht darum, das System im Kreml zu brechen.
Es geht nicht darum, Geschichte zu schreiben.
Es geht darum, dass Menschen in Kyjiw, Charkiw, Odessa und in den Dörfern entlang der Front leben dürfen.
Es geht darum, dass Kinder nicht unter Sirenen aufwachsen müssen.
Es geht darum, dass Familien nicht auseinandergerissen werden.
Es geht um Würde, Sicherheit und das elementare Recht, nicht vernichtet zu werden.
Der Vergleich mit Syrien mag geopolitisch interessant sein. Doch jedes „Szenario“ birgt die Gefahr, dass wir beginnen, Konflikte wie strategische Planspiele zu betrachten. Das sogenannte „syrische Szenario“ war für Millionen Menschen kein strategisches Lehrstück, sondern eine humanitäre Katastrophe. Wenn wir daraus etwas lernen sollten, dann vielleicht dies: wie zerstörerisch es ist, wenn Kriege zu lang andauernden Stellvertreterkonflikten werden.
Selbstverteidigung ist legitim. Unterstützung für ein angegriffenes Land ist moralisch geboten. Aber das Ziel dieser Unterstützung darf nicht ein abstrakter Sieg sein, sondern die konkrete Reduktion von Leid.
Ein Krieg, der nur geführt wird, um zu „gewinnen“, kennt kein natürliches Ende.
Ein Krieg, der geführt wird, um Leben zu schützen, muss immer auch auf ein Ende hin gedacht werden.
Realismus und Ausdauer – ja.
Aber ebenso notwendig sind Maß, Menschlichkeit und die ständige Erinnerung daran, wofür Widerstand überhaupt geführt wird.
Nicht für Triumph.
Sondern für das Leben.
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Mit respektvollen Grüssen
Hans Gamma