Dienstag, 7. Oktober 2025

Vor dem Abschied

 Eine Reihe von Brotsorten in Plastikverpackung, werden an einer Ausstellung, im halbdunklen Raum ausgestellt. Ein Besucher berührt das erste quadratische, in Plastikfolie eingepackte Weizenbrot. Er glaubt, die Brote bestehen aus einer Attrappe.

Die Backwaren aber sind frisch zum Verzehr, daneben steht ein Keks und zwei weitere Brote. 

Dem Besucher wird wie aus der Luft heraus; in Folie verpacktes Trockenfleisch, neue von Hand gestrickte Socken und Unterkleider, von seiner Frau gereicht.  

Weitere Besucher kommen hinzu, die er zur Mahlzeit einlädt. Frauen wie Männer bedienen sich am Essen und den schwarzen Unterhosen, als Geschenk.

Der Besucher; es ist Nachmittag, will zurück, in seinen nahegelegenen Wohnort.
Sein Vater ist seit längerem verstorben. In seinem Haus, indem gerade die Familie tagt; rund um das Haus, mit der näheren Verwandtschaft.

Jemand sagt, dass sein Vater von ihm verlangt, dass er eine Abschiedsrede hält.   

Da sein Sohn ihm nicht willig ist, kommt der Vater vor das Haus. Er will ihm mit einem Gegenstand in seiner rechten Hand hereinlocken. Sein Sohn wird wütend, er packt zuerst seinen Bruder, mit seinem vollen schwarzen Haar. Er überwältigt ihn, dann seinen Vater, seine Kräfte, das merkt er, sind so gross, dass er beide töten könnte. Darauf möchte sein Vater seiner Frau das Geschenk überreichen. Sie legt es ihm in seine Hand zurück.

Der Sohn geht vor das Haus, er schüttelt jedem zum Abschied seine Hand. Einige Menschen die er nicht kennt, wenden sich von ihm ab. An einem Tischende sitzt ein schöne Frau, die seine anverwandte Tante sein könnte; auch dieser Frau geht er an den Hals, was jene zu Tode erschreckt.

Zurück in seinem Wohnort. Das Haus und das Dorf kommt ihm fremd vor. Auf seinem Tablett wird er von fremden Menschen aufgerufen. Auf dem Kalender, der sonst an der Wand hängt; er liegt nun unter seinem iPad dem auf dem Tisch. 
Der Monat mit all den von Hand geschriebenen Einträgen, verbleicht zu einem blassen Tuschbild. Kurz darauf, wechselt der Kalender wieder auf die ursprüngliche Anschrift.

Ein Verkäufer hat vor dem Haus, eine Masse von Autopneu Schläuche, die noch von der Herstellung dampfen abgeladen. Seine Frau säubert den Vorplatz, zwischen offenen Stellen, die von roten Sandsteinen besetzt sind.

Der Ehemann wundert sich, weil er den Auftrag nicht aufgegeben, und für sich selbst dazu keine Verwendung hat. Er möchte dass der Verkäufer die Pneus wieder zurücknimmt.    

Er führt den Verkäufer zum Keller nebenan. Für den ist er nicht zuständig. Er gehört einem Geschäftsmann. Da soll er Pneus unterbringen. Die Türe steht offen. Der Keller ist mit vielen Dingen und Sachen belegt, auch seine Fahrräder versperren den Weg.

Menschenwürde

 Die universelle, unteilbare, absolute Menschenwürde; sie gilt für uns alle. Die Würde des Menschen bleibt unbeachtet, wenn sie vorsätzlich, in Wort und Tat verletzt wird, 

Montag, 6. Oktober 2025

Im Kind ist nicht nichts.

Zitat: Thomas Hirsch-Hüffell

„Es geht …“

Ein Kind hat entdeckt, wie sich der Schnee zwischen seinen Händen verdickt und Formen bildet – je nachdem wie es ihn anfasst. Die Hände wärmen den Schnee, so dass er gefügig wird. Das Kind bildet aus einer Masse eine Kugel, rollt sie, die Kugel wird größer, und es entsteht ein eigenes Werk. Erst ist nichts, dann entsteht etwas mitten aus diesem Nichts. Zum Beispiel ein Spiel mit Schnee.

Natürlich ist Schnee ‚schon da’. Da ist nicht nichts. Immer ist schon etwas. Bei der Schöpfung, wie sie in der Bibel beschrieben wird, war ja auch etwas da. Finsternis, Urflut und Geist, der schwebt über all dem ‚tohuwabohu’, wie die hebräische Sprache diesen Zustand nennt, bevor sich bildet, was wir ‚Leben’ nennen. 

Natürlich ist etwas da, aber im Kind ist nichts, bevor es zum ersten Mal den Schnee formen lernt: Keine Idee nun gerade einen Ball zu formen. Es probiert. Formen ergeben sich. Bis plötzlich etwas ist, das es sich nicht erdacht hat. ‚Es geht’ – sagen die Großen dann, ja, siehst du, es geht. 

So beschreibt die Bibel z.B. Gottes Experimente, wenn er später dem ersten Menschen einen Partner geben will, ‚der ihm gleich sei’ : Erst gibt er ihm Tiere, aber mit denen  kann der Mensch nicht reden: Irrtum – passt nicht. Gott probiert also weiter. Nimmt einen Knochen aus Adam und macht daraus einen zweiten Menschen. Und siehe: ‚Es geht.’  

So wird man selig. Das ist ein großes Herzens-Glück, wenn etwas geht, aufgeht und nachher mehr da ist als vorher. Dabei lag alles Material bereit, nur eben noch nicht erschaffen. Noch hatte es nicht zu der Form gefunden, die unser Geist ahnte.

Das ist ein großes Geschenk. Wir können schaffen – ähnlich wie Gott. 

aus: ‘Gott schafft aus Nichts eine Welt’ AH und THH , Vandenhoeck


Kommentar:


Im Kind ist nicht nichts. Gott in uns. Kein Mensch ist wie Gott. Aus dem Keim entsteht neues Leben, in allen Kreaturen und im Menschen selbst.


Das Universum beherbergt leblose Dinge, die sich nach den Naturgesetzen verhalten.


Die Naturgesetze sind seit der Menschwerdung, die noch im Gange ist, in jedem Menschen, in seiner Seele verankert und festgelegt. 

Die Bahnfahrt

 Vor einem Hauptknotenpunkt der Bahn 
an dem der Mann umsteigen soll

sein Ziel auf einer Nebenstrecke erreichen will
hat er gegen Abend 
in einer Unterkunft
einen Schlafplatz 
neben einem anderen aufgesucht

mitten in der Nacht
weckt ihn der Nachbar
er sei ganz erregt
ob sie nicht beide
die anderen Männer
weiter oben besuchen wollten

der Mann greift unter die Bettdecke
mit der Vergewisserung
das sein Geldbeutel noch da ist

der Bettnachbar sagt 
es mache ihm nichts aus
wenn ihm Hab und Gut gestohlen wird

die Männer in den oberen Etagen
sie sind alle nackt 
miteinander beschäftigt

irgendwie versucht der Mann
von seinem Nachbar zu lösen
er entfernt sich 
aus dem dunklen sonderbaren Haus

am Morgen setzt er sich 
in den Nahverkehrszug
der den Hauptbahnhof 
im Eiltempo verlässt

der Fahrgastraum ist
mit wenigen Menschen besetzt

im Führerstand steht niemand
durch die Frontscheibe
kann die schnelle Fahrt 
durch die Nebenbahnhöfe 
beobachtet werden

von hinten schreit eine Frau
dass der Zug anhalten soll

draussen versuchen Menschen
in dem sie sich 
von der her Front nähern

ein Mann mit seinen Kindern 
und andere Menschen
im Laufschritt den Zug zu erreichen

eine Zugführerin auf dem Bahnsteig
hält den Zug an
sie lässt ihn rückwärts
auf ein Nebengeleise fahren

zur Weiterfahrt
es geht Bergauf
alle Passagiere müssen
im Innenraum helfen
sodass der Zug 
an Fahrt bekommt

am nächsten Halt
steigt der Mann aus
er hat die Aufgabe
einen Stein zu schleifen
damit den versteinerten Kleinkrebs
erkenntlich zu machen


Sonntag, 5. Oktober 2025

Der Unfall

 In einem Land

welches die Demokratie 

noch hochhält


am elektronischen

Wegweiser am Rad

mühsam den Fehler erahnt

endlich eingesehen


auf der Wegkreuzung

nach links

von einem Auto gerammt

zusammen gefahren

Das Böse der anderen

 Eine Frau spricht 

über das Böse

der anderen


der Mann fragt

wer jene Bösen

in Wirklichkeit sind


die Frau versinkt

in ihrem eigenen Dunkel


sie klammert sich

um die Beine 

des Mannes


ihre Freundin fragt

nach dem Sinn

seines Tuns


er erwidert

es sei Menschenarbeit


der Mann schüttelt

die in der Hocke 

sitzende Frau wach

Die Übung

 Eine junge nackte Frau

möchte mit einem alten Mann

das Liebespiel üben

beide sind in ihrer

Wesensart verschieden

der Mann will sich

aus ihrer Umarmung lösen

Der Mieter

 Bei Kunstkennern

Im Wohnraum

hängt ein grosses Bild


gekauft mit viel Geld

darauf eine Landschaft

mit Licht und Schatten 

das das Auge satt macht


der neue Mieter möchte 

sein Einzelzimmer beziehen

Auf der Flucht

 Ein Mann wird verfolgt

rennt über die Brücke

am Fluss 

hinein in die Nacht

zu einem Lift

der ihn 

über alles emporhebt

Der neue Mitarbeiter

 Ein Bereichsleiter

sitzt am Bürotisch

auf der Strasse

am Telefon


ein Bewerber

der seine Adresse

nicht angeben will


seine Mutter

habe ihm gesagt

er müsse selbst wissen

ob er für die Arbeit

mit Behinderten

geeignet sei


von wo er anruft

will er nicht sagen

der Verantwortliche

will ihn zur Anstellung

überzeugen


vor allem weil 

der Mann im Gespräch

bescheiden daherkommt


der gross gewachsen

Direktor geht 

hinter dem Bereichsleiter

an seinem Sessel vorbei


voll Freude sagt er ihm

er glaube

dass er bald 

einen neuen

Mitarbeiter haben wird

Priesterweihe

 Zitat:

Ulrike Brustmann-Sieber

Natürlich der Dauerbrenner: Zölibat und/oder verheirateter Priester:

Kardinalin fände ich ineterssant, vorausgesetzt man ginge zur alten Regelung zurück, das Kardinalsamt nicht mehr an das Priestertum zu binden…

Frauen in Führungspositionen, Entscheidungspositionen und Ämtern-im-weiteren-Sinn: unbedingt, nur eben ohne Priesterweihe….


Kommentar:


Gott in uns, vermittelt durch den Traum der Seele, spricht jedem Menschen in sein Gewissen.



gekrönt

 Der Münze

hinter der Zahl

wird mit

einem Goldkopf

gekrönt

Den Dienstmann

 Zur Einfahrt

am mächtigen 

Eisentor

fährt eine

Grosserbin

mit einer

schwarzen

Luxuslimousine vor

die Frau 

hat in Erwartung

den Dienstmann

ganz im Sinn

Die See

Vor einem Atoll

fängt die See

grossflächig

zu kochen an

Dio ci dà i sogni

 A: Sig. Leonardo Boff

Dio ci dà i sogni
da quando la coscienza
è emersa dall'inconscio
Ogni notte
attraverso la mediazione dell'anima
lo spirituale
vuole che la persona comune
sappia meglio
cosa si dovrebbe fare
per poter
fermare la catastrofe
con speranza e buona volontà
ogni persona deve
oltre l'inconscio
che comprende tutte le creature
e l'umanità stessa
arrivare a una nuova conoscenza cosciente
osare fare meglio ogni giorno

Menschsein

 Zitat: Paul M. Zulehner

Brot und Rosen hier und dort im nahfernen Osten
Christsein heisst lieben


Kommentar:

Menschsein heisst:

Gott in uns
Gehorsam der Seele


Die Kirche

Zitat: Georg Berger 

„Baue meine Kirche auf“

Die Kirche ist wahrscheinlich immer im Abbruch, aber genauso immer im Aufbruch. Wir sollten wollen, dass sie sich verändern darf.    

Antwort:

Die Kirche ist in uns, nicht da draussen.

Neues Leben

Zitat

Leonardo Boff

La Terra está viva, es generadora de todos los seres vivos


Kommentar:

Durch Kern, bringt Seele jeden Tag neues Leben hervor.

Der neue Leiter

 Eng aneinander geschmiegt, der Mann liebkost mit beiden Händen, den Rücken einer Frau. Draussen vor der Kammer, machen Leute sich zum Tagewerk auf. Der Mann möchte beim Liebesspiel, wovon die Frau keine Scham zeigt, nicht beobachtet werden. 

Vor der Tür stehen zwei junge Frauen. Im Gespräch erklären sie dem Mann, dass sie wieder an den Arbeitsplatz, als Betreuerinnen für Behinderte zurück gekehrt sind. Das Klima habe sich seit damals zum positiven verändert.

Der Mann geht um das neu gebaute Wohnhaus herum. Er muss einen schmalen Quellfluss hinaufsteigen. Er macht seinen Anzug schmutzig.

Die Betreuungsstätte hat sich unter einer neuen Stiftung aufgeteilt. Vor dem Sitzungssaal, begrüssen den Mann viele behinderte Menschen. So, als würden sie ihn schon länger kennen. Alle diese Menschen versuchen ihn bei seinen Händen berühren, sie zu fassen zu bekommen. Sie wollen damit ihre Freude an diesem Menschen kund tun. Ein behinderter Mann im Rollstuhl, macht den Mann, auf den Schmutz auf seiner Kleidung aufmerksam. Der Mann versucht mit blossen Händen seine Kleidung zu säubern. Hinten, oben in der Mitte, auf dem Jacket entdeckt er eine feine farbige, in ihrer Art, eine kleines farbiges Band.

Der Mann wird in den Sitzungsaal gerufen. Vor den runden weissen Tischen, werden die Auserwählten, gegenseitig bekannt gemacht. Der Mann reicht einem dunkelhäutigen Mann die Kaffeekanne, den er bereits freundlich begrüsst hat; die jener ungeschickt in die Hand nimmt und damit sich damit bespritzt. Der dunkle Mann steht wütend auf, die Umstehenden bekräftigen, dass das Ungeschick dem dunklen Mann zuzuschreiben ist.

Nach einer längeren Pause, wird der Mann vom Vorsitzeden, den er nicht kennt, gefragt wo er gewesen sei. Der Mann antwortet, er habe sich im Umfeld umgesehen. 

Der Sitzungsrat hat um die aufgestellten herum Tische getagt. Der Vorsitzende hat derweilen das Persönlichkeitsprofil der neu ernannten Stiftungsräte abgefragt. Hervorgehoben wurde ein Mann, der sich in der Wirtschaft gross getan hat. Andere haben in der Gesellschaft und der Politik ihr angestammte grosse Bedeutung. Eine Frau ist nicht dabei.

Der Vorsitzende ernennt den Mann zum Leiter Institution. Alle wünschen ihm viel Erfolg. Jener aber antwortet, in seinem Alter sei beides möglich, worauf alle mit einem erstaunten Lachen reagieren.

Der Vorsitzende beendet die Sitzung mit vielen Sprüchen und Redewendungen. Ein Mann, neben dem Kopfende, da wo der Präsident und der neu gewählte Leiter sitzt, dieser möchte den Spruch nochmals erwähnt haben. 

Der Vorsitzende gibt keine Antwort darauf. Der Leiter will Hilfe leisten, greift hinter seinem Vorgesetzten auf seine Skizzen. Auf dem Blatt, aus dem der Präsident seine Rede gehalten hat, wird erkenntlich, das jedes Kapitel, jeder Satz mit einem Reißverschluss verschliessbar gemacht wurde. Der Vorgesetzte sagt, das sei wichtig, damit niemand im bevor, das was zu sagen sei, sich vorzeitig zu Handen nehmen konnte.

Samstag, 4. Oktober 2025

Die Vermittlung

Zitat: Leonardo Boff 

Der Mensch selbst ist ein Knotenpunkt von Beziehungen, der in alle Richtungen weist. Die Göttlichkeit selbst offenbart sich als panrelational, wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato Si‘ (Nr. 239) betont. Wenn alles Beziehung ist und nichts außerhalb der Beziehung existiert, dann ist das universellste Gesetz die Synergie, die Syntropie, die Inter-Retro-Beziehung, die Zusammenarbeit, die kosmische Solidarität, die Gemeinschaft und die universelle Geschwisterlichkeit.
Diese Vision von Gaia kann unser Zusammenleben mit der Erde neu beleben und uns eine Ethik der Nachhaltigkeit und der notwendigen Verantwortung, des Mitgefühls und der Fürsorge leben lassen – Einstellungen, die das Leben in unserem gemeinsamen Zuhause, der Erde, retten werden.

Kommentar:
Gott in uns, in jedem Menschen; erübrigt die Vermittlung der selbsternannten, und die, durch die Traditionen festgelegten geistigen Führer.

Der Mensch

 Der Mensch ist nicht frei. Der Mensch ist in seiner Innenwelt, mit seinem ganzen Wesen verankert; mit der Nabelschnur zur Welt verbunden Die Traumdeutung ist kein Königsweg. Die stete Aufgabe ist die eigene Schattenarbeit, die den ganzen Menschen herausfordert. Die tagtägliche Auseinandersetzung, durch den Traum, bringt jeden Menschen zu neuer Einsicht, zu sich und den anderen.